Sonntag, 15. Februar 2009

Managua, Granada, Ometepe, San Juan del Sur und Leon

Managua war komisch. Hab ja schon von einigen Ecken gelesen, in denen es etwas rauher zugehen soll, aber dass man das so mitbekommt haette ich nicht gedacht. Ich hab in Managua in der Naehe des Terminals fuer internationale Busse gepennt (obwohl ich eigentlich garnicht mit einem int. Bus fahren wollte, waren aber halt die in meinem Buch), die auf jeden Fall in einer etwas aermeren Gegend der Stadt ist. So tragisch wirds schon nicht sein...denkste. Es war selbst bei Tag und Sonnenschein nicht angenehm da durch die Strassen zu laufen, weil einen an jeder Ecke angetrunkene Typen missmutig anschauen, aber nachts wurde es noch interessanter. Ich war mit 2 Belgiern unterwegs zu einer Bar, in der gleichen Strasse wie das Hostel, 4 Blocks a 50m weiter. Kann man schon laufen...nach 2 Blocks kam uns dann aber ein angetrunkener Typ entgegen mit einer 1,2m grossen Machete in der Hand, die er dauernd ueber den Asphalt gezogen hat um Funken zu erzeugen. Er hat irgendwas rumgeschimpft in unsere Richtung. Wir sind ganz normal weiter gelaufen und haben nicht reagiert, er hat dann auch nichts weiter gemacht, aber ein komisches Gefuehl war es schon. Wie auch immer kam dann einen Block spaeter noch ein anderer Typ in einem Auto vorbei, der gausgerufen hat, dass da hinter uns ein Typ mit einer Machete sei und wir uns rapido rapido verziehen sollten. Auf dem Rueckweg haben wir dann noch was gegessen und gefragt ob es safe sei die Strasse wieder zurueck zu gehen oder nicht. Heute sei es eher ruhig, haben sie gemeint, aber wahrscheinlich nur, weil sich 2 Naechte zuvor da jemand eine Schiesserei geliefert hat und jetzt die Polizei heftiger in der Gegend patroulliert.



Am naechsten Tag war ich noch bei einer Lagune, bei der aber auch (Montag mittags) nur besoffene Typen rumgehangen sind, so dass ich mich nach einer halben Stunde mit einem unguten Gefuehl wieder verzogen hab...

Die Hauptstadt ist also wie gesagt absolut keinen Besuch wert, und ich bin mit der Frage ob ganz Nicaragua so sei Richtung Granada aufgebrochen. Dort sah es angenehm colonial und friedlich aus, und ich hab wieder aufgeatmet als mich im Hostel erst mal ein Aussie mit 'How ya doin, mate' angequatscht hat.

Bilder aus Granada:


Von dort aus sollte es weiter gehen auf die Isla de Ometepe, 2 Vulkane die aus dem Lago de Nicaragua rausragen. Geschickterweise war es auf dem See so windig, dass seit 3 Tagen keine Faehren gefahren sind, und es schien ein riesen Problem zu sein an Informationen zu kommen wie das Wetter sich entwickeln soll. Also bin ich mit 3 Oesterreichern nach San Jorge aufgebrochen, einem kleinen Nest, wo es eigntlich nur nen Hafen gibt, aus dem auch die Faehre auf die Insel abfaehrt. Nach anderthalb Std. im Chickenbus sind wir aber nur bei einer Schlange angekommen in der Einheimische standen, die teilweise seit 4 Tagen auf eine Ueberfahrt warten. Haben uns dann mit den 2 anderen Touris die in der Schlange standen zusammen getan und Zimmer geteilt. Die obligatorische Flasche Rum gabs auch, 1,75l Flor de Caña, genannt Elefantenfuss. Am naechsten Morgen ging dann tatsaechlich was und wir haben uns auf der Insel ein paar Haengematten auf so einer Eco Finca namens El Zopelote gemietet. Coole Geschichte, auch wenn nur Hippies und Aussteigertypen da rumhaengen, wie z.B. Mattew aus Quebec mit seinem Sohn Rafael. Er war Lehrer an der Schule von dem Kleinen, bis er im Dezember dem Rektor offenbart hat, dass er samt Rafael nach Weihnachten nicht mehr zurueck kommt. Der Kleine war echt beeindruckend, hat locker mit allen Englisch, Franzoesisch oder spanisch gelabert.


Weil der Vulkan auf den wir wollten dann aber wolkenverhangen und neblig war sind wir am naechsten Tag zu den Ojos de aqua gegangen, Pools in einem Fluss, sehr geil mit super klarem Wasser und so...ausserdem musste ich mich vom Schlafen in der Haengematte bei Windstaerke 5 erholen.


Am naechsten Tag war die Wolkensituation nicht besser, so dass ich weiter bin, in die Surfhauptstadt von Nicaragua, San Juan del Sur. War eher die Hauptstadt fuer amerikanische und schwedische Touristen. Bin dort mit Claude, einem Franzosen (ja, er hiess wirklich so) mit Fahrraedern auf den Weg zum Strand gemacht. Sein Rad ist erst mal nach 50m kaputt gegangen, Schaltwerk weggebrochen. Danach sind wir mit vollstem Vertrauen in unser Material die bergige, schlaglochdurchzogene Schotterpiste richtung Strand gehechelt. Geschickterweise kam dann kurz vor dem Ziel noch ein Berg mit ungefaehr 45% Steigung, die Piste dort war eher eine Aneinanderreihung von Schlagloechern als eine Strasse, und wir mussten also bergauf und auch bergab schieben, weil ich den Bremsen nicht mal 3% Steigung zugetraut haette. Der Strand war dann auch recht geil, Postkartenidylle, obwohl das Wasser fuer den Pazifik ziemlich frisch war. Hier ein paar Impressionen.


Am naechsten Tag bin ich dann um 7Uhr weiter nach Leon. Auch UNESCO Weltkulturerbe und so. Beim Umsteigen in Managua musste ich eine halbe Stunde mit Taxifahrern diskutieren, die 5$ wollten um mich zum anderen Busbahnhof zu karren, nach der Diskussion hat sich dann rausgestellt, dass es einen Bus fuer 3 Cordobas (20 sind 1$) gibt, also hab ich den genommen. In Leon bin ich dann in einem netten Hostel untergekommen, 2 Innenhoefe hintereinander, geiles Haus! Abends hab ich dann zufaellig 2 Belgierinnen wieder getroffen, die mich nach Ometepe ein Stueck in ihrem Mietwagen mitgenommen hatten, war lustig, haben zusammen gefuttert und ich wurde eingeladen :) Die eine arbeitet in HR bei Ernest & Young, hab mir direkt die Emailadresse gesafed...watch out Birgit!

Am naechsten Tag war ich mit den Roommates am Strand, war echt geil, 2-3m Wellen, im Pazifik schwimmen und mit den Locals und einigen anderen Rum an der Surfbar gesoffen. Das is mal was.

Am naechsten Morgen hab ich mich dann aufgemacht Richtung Guatemala, aber da muss man erst mal El Salvador durchqueren. Und nicht genug, dass man als blonder Blancito eh von allen angeglotzt wird, nein ich muss auch noch einen schwulen Busbegleiter haben, der meint mich angraben zu muessen. Wie auch immer waren wir in San Salvador noch mit 2 Schwedinnen und 3 Canadiern was trinken und haben Arschloch gespielt. Zum Ausklang...Guatemala gibts im naechsten Abschnitt. Hasta pronto.

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