Mittwoch, 2. September 2009

Viva Ho Chi Minh, oder die Suche nach der goldenen Landmine

So, da bin ich wieder, also online, zurueck in Kuala Lumpur fuer meinen Flug nach Aussiland. Fuer alle, die mir etwas mitzuteilen haben, z.B. dass sie schwanger sind, heiraten wollen, mich vermissen, Mumps, Masern, Roeteln und AIDS gleichzeitig und eine Schwester mit nur einem Auge auf der Stirn haben, ach ne, das haben nur die bei GZSZ, oder falls mir jemand sagen will, dass ich auch gleich wegbleiben kann (was ich ja auch mache), fuer all diejenigen hab ich jetzt auch eine Telefonnummer. Ich sag sie euch aber nicht! Ha! Ok, doch, sie ist +61413242368. Also wie gesagt werd ich ein bisschen laenger wegbleiben als geplant, danke der Nachfrage Sven, ich hab mich entschlossen nochmal fuer 2-3 Monate nach Australien zu gehen, weil mir das Reisen gerade ein bisschen auf den Sack geht, und ich in der Stimmung nicht nach Indien gehen will. Also versuch ich da einen Job zu finden und mich mental auf Indien vorzubereiten. Abgesehen davon weiss ich aus sicherer Quelle, dass die Jobsituation in D alles andere als rosig ist, und sich laut Prognosen fuehrender wirtschaftswissenschaftlicher Prognositeure auch bis Ende des Jahres nicht sonderlich bessern soll. Also, das Angebot steht immer noch, ich bin ab morgen bis zum 20. Nov. in Melbourne, danach Indien (Fab?), bis zum 15. Dez., also nicht allzu lange. Und dann muss ich nur noch von London wieder nach Deutschland finden, bis ihr mich wieder habt. Irgendwie vermiss ich es schon ein bisschen zu Hause zu sein, andererseits wuerde ich es dort vermissen hier zu sein, also nutz ich lieber mein Ticket aus...jetzt nicht sentimental werden. Ok, weiter im Text, also im Reisebericht: Seit der letzten Meldung war ich, waren wir in Vietnam und Kambodscha, war schoen, bis dann Freunde...nein, ihr verdient einen richtigen Bericht. Trotz aller Warnungen meines Vaters hab ich in Vietnam auch frisches Gemuese gegessen, bisher kann ich keine Veraenderung meines Genpools feststellen, das nur so nebenbei. Also zuerst waren wir in Saigon oder Ho Chi Minh City, wie es heute heisst. Am Anfang war es hauptsaechlich laut, weil wir in einem Hotel gegenueber vom GO2 und vom Crazy Bull (oder so) waren, wo generell bis 5 Uhr morgens gefeiert wurde. Abgesehen davon ist Saigon eine nette Stadt, es kommen zwar auf jeden Einwohner ca. 3 Mopeds, aber daran gewoehnt man sich auch. Interessant war der ehemalige Regierungspalast, wo heute noch die beiden Panzer stehen, mit denen die Kommunisten damals das Tor zusammengefahren haben. Ausserdem gab es noch das ziemlich tragische Kriegsmuseum, in dem diverse Waffen, Fahrzeuge, abgeschossene Fluggeraete und haufenweise anderes Zeug ausgestellt sind. Der tragische Teil sind tausende Bilder und Geschichten von Kriegsopfern und die Nachwirkungen der ganzen Chemiewaffen, die die Amis dort abgeworfen haben. Hezzerreissend, das ist jetzt nicht sarkastisch! Leider hab ich die Bilder nicht, weil die alle auf Lenas Kamera sind...

Paketdienst:

Da isser, der Ho Ho Ho Chi Minh, oder ist es Honecker mit Bart?:
Taegliche (!) Zeremonie im Caodai Tempel:
Naja, von Saigon aus haben wir noch zwei Touren in der Gegend gemacht. Zuerst zu den Tunneln von Chi Chi, einem unterirdischen Tunnelsystem, von dem aus in der Region die Guerrillieros gekaempft haben. Aussedem haben sie da drin auch gewohnt. War krass, kilometerlange Tunnel, super eng, zumindest fuer Europaeer. Jedenfalls haben die Amis es nicht geschafft die Gegend einzunehmen. Die andere Tour ging fuer 2 Tage ins Mekong Delta, wo man neben mit dem Boot auf dem Fluss und diversen kleinen Kanaelen rumfahren und auf den Floating Makrt gehen noch unglaubliche Sachen, wie Obst essen, Coconut-Candy herstellen, Bienenfarmen, von Baeumen fallende Schlangen, oder vietnamesischer Musik lauschen erleben kann, spektakulaer!

Da sind sie, die Guerillieros:

Einen Schiessstand gabs auch, 25.000 d sind ein Euro, min. 5 Kugeln...habs nicht gemacht!
Die Gaenge sind ca. 50 cm breit und vielleicht 70 hoch, klaustrophobisch brauchst also nicht sein:
Farang-Invasion im Mekong Delta:
Vietnamesisches Banjo:
Floating Market:
Frog anybody?
Und nach dem Essen, duschen:
Weiter gings nach Mui Ne, an den Strand, wo aber leider eher bescheidenes Wetter war. Deshalb sind wir eigentlich nur mit dem Moped zu den Duenen gefahren, zum Sandschlittenfahren, und sind am Fairy Spring im Matsch versunken. Zu erwaehnen ist noch, dass dort alle Restaurants russische Speisekarten haben, und wenn man Glueck hat, dann fangen russische Damen vom Nebentisch an sich mit vietnamesichen Mopedverleihern ueber $3 auf der Strasse zu pruegeln. Kein Scherz!

Duenen:

Fairy Spring:
Treibsand:
Von dort aus gings dann, ueber eine Strasse, die eher eine Aneinanderreihung von Schlagloechern ist, nach Da Lat. Das ist das Honeymoon Domizil fuer die Vietnamesen, keine Ahnung wieso. Vielleicht weil es kuehler ist als der Rest des Landes, also kuehl sollte man nicht ueberinterpretieren, heisst so 20 Grad, vielleicht auch 15 nachts, oder vielleicht weil es ein paar Seen und Wasserfaelle gibt, die wir nicht gesehen haben, weils immer regnet, wo man Tretboote in der Form von Schwaenen ausleihen kann (ich vermute mal eher auf dem See als am Wasserfall), oder weil man dort Fotos von sich auf einem Pferd mit einem als Cowboy verkleideten Vietnamesen machen kann. Wie auch immer...insgesamt war Vietnam laessig, nicht so touristisch wie Thailand, irgendwie ein bisschen relaxter.

Da Lat Market:

Pretty fly for a white guy:

Ok, weiter gings dann nach Siem Reap, bzw. Angkor Wat, die Mutter aller Tempelanlagen (Kambodscha, ihr Banausen). Ja, was gibts dazu zu sagen, eigentlich nicht so viel, sind gigantische Tempelanlagen. Schon abgefahren, wie die das damals gebaut haben, ohne Hilfsmittel. Und die ganzen stone carvings, ueberall, ich hab leider nicht mehr im Kopf, wie lange das gedauert hat das fertigzustellen und wie viele Menschen da gearbeitet haben. Naja hier gibts ein paar Bilder. Wenn man will kann man da Tage verbringen, wir haben uns an einem Tag die wichtigsten Sachen angeschaut, aber wer arschaeologisch interessierter ist braucht sicher laenger. Naja.

NightMarket in Siem Reap:

Angkor Wat, 6 Uhr morgens:
Stone carving:
Bayon, der Koenig beobachtet dich, immer:
Baum frisst Tempel:
Angkor Wat, vom Berg aus:
Dann gings nach Sihanoukville, mal wieder Strand. Aber auch mal wieder nicht optimales Wetter, oft Regen und ziemlich windig. Das ist so die Hauptstrandstadt in Kambodscha und wer haengt da rum und betreibt saemtliche Restarants und Bars? Klar kiffende Franzosen! Ok, nicht nur, aber es hat auffaellig viele "Aussteiger" oder Hippies die da versuchen ihren Lebensunterhalt zu bestreiten ohne was zu tun. Weil der dichte Franzose aber der einzige ist, der ein gescheites Brot backen kann, sind wir da auch oefter rumgehangen.

Sihanoukville Beach:

Ein Bus hat uns von dort aus nach Kampot gebracht. Kampot ist die Hauptstadt des Pfeffers, falls ihr das nicht gewusst habt. Ansonsten gibts aber nicht soo viel interessantes dort. Klar, nettes Essen und so, wie ueberall in Suedostasien, Reisfelder, Seen, einen Fluss...


Auch die heiligen Kuehe muessen arbeiten:
Weil Lenas Abreise sich dann genaehrt hat, sind wir noch ein paar Tage nach Phnom Penh, Hauptstadt, den Palast des Koenigs, und die Kronjuwelen, aber auch nicht so schoene Geschichten wie die Killing Fields und das ehemalige S21 Gefaengnis anschauen.

Royal Palace:

Riesige Rubine:
Laessige Poollounge in Phnom Penh:
Killing Fields Memorial:
S21:
Ich denke man merkt, dass am Ende dann ein bisschen die Luft raus war. Man ueberlegt dann schon 3 Mal ob man sich noch den 101ten Tempel anschauen soll...wir habens eher nicht gemacht. Auf jeden Fall ist die Lena dann zurueck geflogen und ich hab mich nach Battambang aufgemacht und mir mit einem Mopedfahrer Tempel 102 bis 107 angeschaut. Ausserdem hab ich versucht fuer eine Woche was nuetzliches zu machen, Englisch unterrichten oder in einem Waisenhaus arbeiten oder so. Nach 2 Tagen Suche hab ich aber aufgegeben. Das machen alles professionelle NGOs, bei denen man zw. 500 und 2000 Dollar dafuer ablegt, in einem Volunteering Projekt zu arbeiten. Sorry, aber wer macht denn das? Man zahlt doch nicht noch dafuer, fuer 6 Monate, oder was weiss ich, zu arbeiten???

Cobra mit 5 Koepfen gemacht aus Waffenteilen, Battambang:

Endlose Treppe zum Tempel, und es war scheiss heiss:
Hoehlen, in denen die Khmer Rouge Hinrichtungen abgehalten haben: Ausblick:
Battambang, etwas trostlos:
Leicht gelangweilt von den Deppen bin ich also weiter nach Bangkok Einkaufen, nach Hua Hin Kitesurfen, und dann mit dem Zug in ca. 24h nach Kuala Lumpur. Und da bin ich jetzt. Das wars!

Ich melde mich dann bei Gelegenheit aus Melbourne wieder, hoffentlich mit einem Job. Gruesse auch an alle die diesen Blog nicht lesen. Bis dann, Selamat Datang, der Max