Ich bin immer noch in Melbourne und werde mich auch bis ich wieder nach Malaysia fliege nicht von hier weg bewegen, wer schon mal hier war weiss wieso, wer nicht sollte mal herkommen. Wie auch immer bin ich am Anfang etwas von Hostel zu Hostel gezogen, bevor ich mich im Pint on Punt niedergelassen hab und nach einer Woche oder so meinen Job bei Fragile Removals angefangen hab. Ja, ein Umzugsunternehmen, schlecht bezahlt und geführt von Israelis...eigentlich kann ich ja umziehen genauso wenig leiden wie Israelis, aber irgendwie ist es trotzdem lustig. In dem ganzen Laden arbeitet kein einziger Australier, dafür Backpacker und Auswanderer aus aller Welt, gute Jungs! Mit einigen von denen bin ich dann nach einer Weile auch zusammen gezogen, wohne also mit 2 Schweden (Daniel und Johan), 2 Deutschen (Alex und Jo) und einem israelischen Mädel (Blacha, oder 3 Töpfe sind auch ein ausgewogenes Frühstück) in einem Haus in Caulfield. Wir pennen zwar zu dritt in einem kleinen Zimmer, aber das ist immer noch besser als ein 6er Dorm im Hostel, ausserdem gibt's ein Wohnzimmer mit dicker Anlage und Mega LCD Screen und eine sinnvolle Küche, was man vom Pint on Punt nicht behaupten kann.
Naja, was mache ich sonst so, 5 oder 6 Tage die Woche arbeiten und im Rest der Zeit mein Leben geniessen und mit den Jungs abhängen... Hier zum besseren Verständnis eine Liste meiner Arbeitskollegen:
Elom, Ghana: sieht aus wie der böse schwarze Mann, ist aber der freundlichste Mensch ever, studiert eigentlich irgendwas IT-mässiges hier, ausserdem hat er einen Doktor im Falten von Moving Blankets (blaue Teppiche mit denen man die Sachen im Truck einpackt werden). Nach stressigen Tagen raucht er auf dem Rückweg, weil alle anderen auch rauchen und hustet sich dann noch 2 extra Stunden die Seele aus dem Leib.
Barry, Israeli: hat gerade 15 Tage in Folge gearbeitet, weil er kürzlich $2000 im Kasino verloren hat. Abgesehen davon besteht sein Lebensinhalt glaub ich hauptsächlich aus dem halluzinogenen blauen Rauch.
Mark, Kiwi: ist gerade gegangen, weil er es nach 1 1/1 Jahren doch auf die Reihe bekommen hat einen seinem Studium entsprechenden Office Job klarzumachen. Ausserdem der übelste Furzer den ich je erlebt hab, oder einer der übelsten.
Johnny, Israeli: hat ne Frau und ist eigentlich voll der ruhige Typ, macht aber gelegentlich auf heiterem Himmel einen Backflip von der 1.50m hohen Laderampe vom Truck auf die Strasse.
Rambo, Israeli: arbeitet nur 2 Tage die Woche, weil er eigentlich Türsteher oder Head of Security in der Wah Wah Lounge ist. Auch so einer der viel lieber ist als er aussieht.
Nicolas, Franzose: ist nur 1.50 gross oder so aber stark für 2 und fährt gerne den grössten Truck in der Company um dann beim Laden wie ein Affe in dem Ding rum zu springen um hier oder dort noch den 15ten Strap anzubringen. Einfach nur ein cooler Typ.
Sean, Tommy: Faulster Mensch der Welt...sollte so jemand in einem Umzugunternehmen arbeiten? Hobbies: getting high and higher.
Ausserdem gibts noch diverse andere Engländer, Schotten, Deutsche, Iren, Franzosen, und was weiss ich sonst noch.
Johan, Schwede mit australischem Pass, Mitbewohner: Diskutiert gerne stundenlang mit Blacha über völlig belanglose Sachen nur um sie zu nerven, geht gern feiern und endet dann gelegentlich an Betten gefesselt in australischen 1 Zimmer Wohnungen. Hat ausserdem eine Nebenrolle in einem Wallander Film gehabt und kennt jede TV Serie.
Daniel, auch Schwede und Mitbewohner: supernetter Typ, erinnert mich irgendwie an den Benni, der früher mal bei mir uns im Haus gewohnt hat...Immer voll konzentriert bei der Arbeit aber sonst für jeden Scheiss zu haben. Diabetiker, haut sich aber jeden Abend genüsslich ein Magnum rein.
Jo, Deutscher, Mitbewohner: Hat gerade Abi gemacht und ist noch ein bisschen grün hinter den Ohren aber ein geiler Typ, erinnert ein bisschen an den Ebbo. Schläft gerne betrunken mit dem Körper auf dem Boden und nur dem Gesicht auf der Matratze. Fast so faul wie Sean. Hört 90er Trash Techno nur um sich drüber lustig zu machen. "Jetzt, pass auf, jetzt setzen gleich die geilen Alienstimmen ein...uuuuäääännngggg uuuääääännngggggeeeee..."
Alex, auch Deutscher und Mitbewohner: Hat ne Schreinerlehre abgeschlossen, dann Abi gemacht und will nach Australien studieren. Ok, bezeichnenden Geschichte: ich stehe in der Küche und spüle leicht genervt zum 4ten Mal in dieser Woche alles ab, was Jahre dauert, weil das Waschbecken nicht zum Abwaschen geeignet ist. Alex kommt rein und fragt ob er was helfen kann, ich sage nein, weil Abtrocknen was völlig sinnloses ist, was die Natur auch so hinbekommt. Er bleibt noch ein bisschen stehen, lässt einen fahren der riecht als hätte er direkt neben mit in die Küche gekackt und geht dann wieder ins Wohnzimmer. Ich hab ihn glaub ich 5 Minuten lang beschimpft. An einem anderen Tag sitze ich fertig auf der Couch, nach dem Arbeiten und gebe etwas von mir, dass ich was essen könnte, aber zu faul bin was zu machen. Er steht auf und kommt 5 Min später mit einem Thunfischbrot zurück und drückt es mir kommentarlos in die Hand...
Naja, auf jeden Fall bin ich zufrieden mit der Entscheidung noch mal nach Melbourne gekommen zu sein, ich hab ein gutes Leben, verdiene genug um hier noch ein bisschen was zurück zu legen und tolle Sachen zu kaufen (neue Kopfhörer, Scullcandys und einen neuen 32GB Ipod touch gabs schon). Ha, und heute Mittag werd ich mich, ich hab nämlich einen Tag frei, zu DevilsInk aufmachen, check das!
Sonst möchte ich nur noch dazu anregen über folgende Dinge nachzudenken:
Jeder hat schon mal einen schlechten Film gesehen, ich mein jetzt nicht so Harald and Kumar oder American Pie schlecht, sondern richtig schlecht. Steht hinter solchen Filmen jemand, der den Film so wie er ist wirklich gut findet, oder ist es eine völlig bewusste Entscheidung einen schlechten Film rauszubringen in der Erwartung, dass das Publikum so blöd ist, dass er trotzdem geschaut wird? Selbes gilt für Autos, gab es tatsächlich einen Designer, der den Renault Kangoo schön fand?
Das andere geht an alle, die schon mal eine Weile am Rumreisen waren und an alle die wenn ich zurück komme fragen: "Und, wie war's?" Verändert man sich, wenn man für ein Jahr weggeht und ist dann immer noch verändert, wenn man zurück kommt oder ist man nur während man weg ist jemand anderer, weil man sich neu definieren kann und keiner deine Entscheidungen an früheren messen kann? Ok, klar man verändert sich bestimmt, aber hauptsächlich ist man doch geschockt, dass man selbst in einem Jahr so viel gesehen hat, sich aber wenn man zurück kommt dort eigentlich gar nichts geändert hat?! Naja ist vielleicht eher als Merkzettel zu sehen, muss ich auf jeden Fall noch mal drüber nachdenken.
Ich leg mich wieder hin, hab leichtes Kopfweh und es ist erst 12 oder so...Grüsse an alle, ich bin raus!
Schlauer Spruch zum Abschluss: The past is only practice for tomorrow.

du beleidigst phil. ER ist der kaiser der furzer. peace
AntwortenLöschenFOTOS, FOTOS, FOTOS, FOTOS, ...!!!!
AntwortenLöschen