Samstag, 27. Juni 2009

Wo man Millionaer ist...

Zuerst mal Danke an alle, die mir zum Geburtstag geschrieben haben, ich hab es leider seither nicht mehr ins Internet geschafft, also leider auch keinem zurueck geschrieben…SORRY!

Ansonsten gibt’s folgendes zu sagen:

Bali ist...sind wir ehrlich, ueberbewert. Das soll kein Affront gegen die Insel an sich, die Landschaft oder die Menschen sein, aber Kuta, der erste Ort, den jeder auf Bali sehen wird, zerstoert die Vorstellung die man vorher von Bali hatte garantiert. Es faengt damit an, dass ein Taxi vom Flughafen in das (4km!) entfernte Kuta 50.000 Rupiah pro Person kostet (ok, das lag auch mit an meinem Surfboard, aber trotzdem, 10.000 sind so ungefaehr 1 US$) und das in einem Land in dem ein Hotelangestellter 400.000 im Monat verdient. Man findet auch direkt am Flughafen heraus woran das liegt...daran, dass hier nur gro฿kotzige Amis (sorry Tom) und Australier rumhaengen, und wenn man eh nur 2 Wochen Urlaub macht, dann sind 5 Dollar hier und 3 Dollar da auch nicht die Welt, versteh ich schon, aber dass damit der Rest des Landes zu Grunde geht, weil ein Typ, der gefaelschte T-Shirts verkauft am Tag mehr einnimmt, als ein normaler Arbeiter in einem Monat, das scheint hier keiner zu begreifen. Ich hab ja die Weisheit auch nicht mit Loeffeln gefuttert, meistens ist es Mie Goreng, aber das da etwas schief laeuft, das hab ich begriffen.

Aber zurueck zum Flughafen. Zuerstmal musste ich ca. 2,5h vor dem Flughafen warten, weil die Lena ja mit einem anderen Flieger gekommen ist. Waehrend dieser Zeit hab ich mich mit einem Englaender verbruedert, der da auch rumgehangen ist, und wir haben zusammen ca. 3 Millionen Leute abgewehrt, die uns Taxis, Minibusse, Roller oder irgend eine andere Art von Transport (man stelle sich das eher so italienisch oder spanisch ausgesprochen vor) anbieten, nein aufdraengen wollten. Wie auch immer, kam Lena irgendwann dann auch da an, wir haben uns in die Stadt fahren lassen und sind dann auf der Suche nach etwas zu essen durch Kuta gelaufen. Essen haben wir gefunden! Unser Tischnachbar war ein luestern dreinblickender, nicht sonderlich attraktiver Englaender oder Australier, der zwei leichtbekleideten indonesichen Damen ein Abendessen ausgegeben hat, wer weiss was danach noch passiert, oder wer daran verdient und wer nicht...ich glaub ich weiss es, aber ich will hier keine Unterstellungen machen. Das Ganze war mehr oder weniger auf der Hauptstrasse dort, Bar an Bar, Club an Club, und mitendrin das Memorial fuer die beim Bombenanschlag ums Leben gekommenen. Das Ganze hat eher das Feeling von El Arenal, und die Australier auf Bali sind die deutschen oder Englaender mit Tennissocken in den Sandalen. Ich hab mindestens eine halbe Stunde nach der Schinkenstrasse gesucht! Ok, so ganz richtig ist das nicht, die meisten sind halb nackt, aber trotzdem ziemlich besoffen und die, die etwas anhaben, tragen ein Bintang (lokale Biermarke) Unterhemd. Generell glaube ich, dass der Prozentsatz derjenigen, die ohne Bintang Unterhemd aus Bali ausreisen bei ca. 0.5% liegt, was fuer Deppen, aber egal. Man stelle sich den Ballermann mit halb nackten Australiern und Englaendern vor, auf einer Insel in einem Muslimischen Land (ok, Bali selbst sind 70% Hindus, aber trotzdem), ich will nicht sagen, dass daran irgend etwas Gutes zu finden ist, was bei den Bombenanschlaegen hier passiert ist, aber haette man den Platz vorher geraeumt, also waere niemand dabei ums Leben gekommen, haette man das durchaus als kreative Zerstoerung sehen koennen. Leider haben sie nichts daraus gemacht, nur genau die gleichen Laeden wieder dort hin gestellt...

Bali, von weit weg:

Kuta Beach:
Kuta Stadt:

Naja, wir waren dann erst mal 4 Tage in Kuta, hauptsaechlich gings dabei um Surfen, Einkaufen und Essen. Danach hab ich mich mutig genug gefuehlt um ein Auto zu mieten. Man muss dazu sagen, dass die alle fahren als waeren sie auf dem Weg ins Krankenhaus zu ihrer sterbenden Mutter. Ausser, dass man auf der linken Spur zu fahren hat, existieren Verkehrsregeln nicht. Ich weiss nicht wie viele Menschen hier wohnen, aber wenn Bali 1 Mio Einwohner haette, gaebe es 10.000 nahezu fahruntuechige Autos, 30.000 nicht fahrtuechtige LKW's (mit denen sie einen trotzdem ueberholen) und 2 Mio Roller. Kein Scherz, ich glaube jeder Einwohner bekommt hier einen Roller geschenkt und kauft sich dann noch einen, um ihn an Touristen zu verleihen. Da stehst du dann auf der Strasse mit deinem klapprigen Suziki Jimny inmitten von einer Traube aus ca 30 Rollern...
Aber man gewoehnt sich daran...leider aber nicht an die Polizei, die in Touristen die auf Bali selber fahren ihre zweite Einkommensquelle entdeckt hat. Keine original Registration (klar, ist ja ein Leihauto) kostet 150.000, das ist mehr als die in einer Woche verdienen. Ok, ich war auch nicht angeschnallt, aber trotzdem. Alternative ist, sie nehmen deinem Int. Fuehrerschein mit und du erscheinst am naechsten Tag am Court (wo auch immer das ist) und diskutierst mit einem anderen Typen, der dir eine Speisekarte auf Indonesisch vorlegt und sagt da steht, dass du fuer das nicht tragen eines Gurtes bis zu 3 Mio zahlen, oder 3 Monate im Gefaengnis verbringen wirst, es sei denn du gibst ihm jetzt 300.000 ohne Quittung...Argh!
Ok, wir waren dann also auf dem Weg nach Ubud, die Handwerks- und Kuenstlerwiege auf Bali, war ganz nett, aber hauptsaechlich schwer zu finden, weil Ortsschilder aufzustellen hier nicht zu den beliebtesten Aufgaben gehoert. Eigenlich war das lustigste der Monkey Forest, da hausen Makaken, die alles fressen, alles klauen und einem manchmal auch einfach in den Ruecken beissen.

Homestay in Ubud:

Schrein neben unserer Huette in Ubud:

Die Huette:
Reisfeld:
Vielleicht Lovina:
Makake:
Angriff:
Markt in Ubud:
Wassertempel, Danau Batur oder Bratan:
Unser Vehikel:
Gesegnet wurde die Karre auch!
Heisse Quellen bei Lovina:
Wasserfall zum Schlammbaden bei Lovina:
Strand, auch Lovina:
Kraterseen:
Berkasih, Balis groesster Tempel:
Von dort aus sind wir nach Lovina gefahren...verschlafen aber nett, und guenstig. Dickes Hotelzimmer mit Steinbadewanne fuer 6,50$. Oh, und ausserdem hatte ich da Geburtstag, also waren wir 2 Tage lang Futtern bis zum nicht mehr Laufen! Von dort aus gings nach Padang Bai und zurueck nach Kuta, um das Auto zurueck zu bringen, bevor wir uns auf einen 12h Trip nach Lombok, bzw. nach den Gili Islands aufgemacht haben. Gilis waren gut, kleine Inseln ohne Strassen, keine Autos, keine Roller, keine Polizei! Sehr angenehm. Die Gilis sind 3 kleine Inseln, nordwestlich von Lombok, so Korallenatolle, gut zum Schnorcheln und einfach nur am Strand rumhaengen und abends Essen und Trinken zu gehen. Zu trinken gibt’s aber zur Zeit nicht den normalen indonesischen Schnaps, Arak, sondern nur so normales Zeug, weil anscheinend in letzter Zeit 3 Leute oder so an dem Gesoeff gestorben sind, weil die Deppen eine Abfuelladung (mir faellt der passende Begriff grade nicht ein, irgendwas mit B, egal) mit Crystal Meth gestreckt haben, oder so…auf jeden Fall hat man mehrere Touris tot am Strand auf den Gilis gefunden…also Finger weg Freunde!

Gili Trawangan:

Von da aus gings dann auf die Hauptinsel, nach Kuta Lombok, dort gibt es laut den Indonesiern die besten Wellen des Landes, und das will was heissen. Das ganze ist deutlich anders als Kuta Bali, naemlich nur ein kleines Dorf, bestehend aus 3 Strassen, 10 Hotels und Bungalows und ungefaehr 100 Typen die ihre Roller verleihen wollen. Insgesamt also deutlich angenehmer! Wir waren 5 Tage dort und ich hab mir auch mal direkt einen Roller geliehen, fahre schon wie ein grosser, mit viel Hupen und gegen alles was man als Verkehrsregeln bezeichnen kann. Gut, einen Teil davon hab ich auch auf Bali mit dem Auto gelernt, zum Beispiel, dass es keinen Rolle spielt in welche Richtung man in einen Kreisverkehr reinfaehrt…Auf jeden Fall hat Lena schon auf den Gilis etwas Magenprobleme bekommen und die dann auch mit nach Kuta gebracht, das hiess, dass ich morgens um 7 aufstehen und Surfen gehen konnte, weil sie eh den halben Tag gepennt hat…viele Gruesse uebrigens auch von ihr! Das Surfen war auch ganz guat, leider, wenn man nicht schon bevor die Sonne aufgegangen ist draussen auf dem Wasser ist, etwas ueberfuellt. Man muss sich immer mit dem Boot rausfahren lassen und kommt dann da an und es warten pro Welle ca. 30 Leute darauf die zu kriegen…nicht so angenehm. Nach den 2 Tagen wars mir dann auch zu dumm und ich bin zu einem anderen Strand, wo man rauspaddeln konnte, die Wellen dafuer aber nicht so gut waren. Leider, oder eigentlich nicht leider, aber trotzdem, sind an dem Strand eigentlich nur Locals, und es sind gerade Schulferien, das heisst es sind den ganzen Tag ueber 50 Kinder im Wasser, was ja an sich nichts schlimmes waere, wenn die nicht geschlossen neben oder vor dir herschwimmen oder –rennen wuerden und „Hello Mister“ bruellen wuerden, nur weil du der einzige Weisse an dem ganzen Strand bist. Ausserdem sind sie alle der Meinung, dass es besonders Wichtig ist, wenn du 5 Sarongs, 10 Ketten und 30 Armbaender kaufst, und dabei spielt es keine Rolle, dass du schon auf einem Sarong liegst, und aussiehst wie eine Kreuzung aus Mr. T und Wolle Petri. So sieht das dann aus, wenn dir 18 Kinger gleichzeitig ihre Armbaender verkaufen wollen. Dann hat irgendwann der Swell nachgelassen und es gab eh keine Gescheiten Wellen mehr. Also hab ich mein liebgewonnenes Brett an den lokalen Surfshop verscherbelt und wir sind gestern zurueck nach Senggigi gefahren. Das ist so die eigentliche Touristenstadt auf Lombok und auch nahe am Flughafen, weils morgen weiter geht nach Bangkok! Fuer das Brett hab ich leider so viel Geld bekommen, dass ich es jetzt in 2 Tagen gar nicht mehr ausgeben kann, und in Auslandswaehrung zu wechseln ist sicher auch nicht der lukrativste Kurs, also hab ich beschlossen mit den Abszessen die ich hinter dem Kieferknochen hab zum Arzt zu gehen, die Versicherung zahlt ja hoffentlich in Euro zurueck und nicht in Rupiah. Der Arzt hat mir dann bescheinigt, dass ich so ne Art Mittelohrentzuendung ohne Ohrenschmerzen hab, ist nur etwas geschollen und tut weh, wenn man draufdrueckt, her mit den Antibiotika, die kann ich mit meinem Happy Hour Bier runterspuelen! Fuer das Restliche Geld muss ich mir noch was einfallen lassen, keine Ahnung ob de Thais mir ueberhaupt 2 Millionen Rupiah in ihre Waehrung wechseln, oder ob sie Angst haben, dass der Kurs auf dem Weg vom Money Changer zur Bank um 50% fallen koennte…mal schauen.
Mehr Bloedsinn gibt’s gerade nicht zu sagen, ich melde mich wieder aus Thailand, vermutlich von einem aufgeblasenen LKW Reifen, der auf dem Fluss von Schnapsbar zu Schnapsbar treibt…zumindest stelle ich mir das so vor. Bis dann, euer Mr. Max.

Gurupuk, Lombok, mit denen Booten laesst man sich zu den Wellen schippern:

Tanjun Ahn Beach, bei Kuta:
Ich hab nur ein Armband angeschaut, dann waren ploetzlich 30 Kinder da, die alle Armbaender verkaufen wollten:Senggigi:

Mittlerweile bin ich uebrigens in Bangkok angekommen, hab am Flughafen in Singapur so eine Std. auf dem Boden im Kino geschlafen, und es war arschkalt, Klimaanlage! Und wenn man raus gegangen ist, dann war's zwar waermer, aber so feucht, dass man auch gleich haette Duschen gehen koennen. Ich hau mich jetzt mal hin...Peace!

4 Kommentare:

  1. cooler scheiß max, kann immer wieder nur sagen, dass ich lena und dich um diese reise beneide. bin mal auf deinen bericht aus thailand gespannt, weil martina und ich evtl. im winter da hin wollten.

    trotzdem finde ich es nicht fair, wenn du immer anspielungen auf den phil in deinen reiseberichten unterbringst. vielleicht leidet er unter einer neurose und zieht deswegen seine socken immer so hoch.

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  2. Vielleicht fängt das Wort nicht mit B sondern mit C an und heißt Charge? Vielleicht riechts jetzt aber auch nach klug geschissen...

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  3. Ich hab dauernd ueber Barge oder so nachgedacht, aber du hast recht, obwohl es selbst hier ein bisschen anfaengt zu muffeln...

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